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KIG-Reform

 

 

 

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KIG-REFORM

Im Jahre 2004 wurden durch den Gesetzgeber sogenannte KIG-Kriterien festgelegt ("KIG" bedeutet Kieferorthopädische Indikations-Gruppen), nach denen sich Kieferorthopäde und Kasse richten müssen. In diesen vom Bundesausschuß der Zahnärzte und Krankenkassen bestimmten Richtlinien ist festgelegt, dass die behandlungswürdigen Fälle in fünf Schwierigkeitsgruppen einzuteilen sind, wobei durch den Gesetzgeber willkürlich festgelegt wurde, dass für die Krankenkassen erst eine Leistungspflicht ab Stufe 3 besteht. Somit wurde ein Teil der notwendigen kieferorthopädischen Behandlungsfälle aus der GKV-Leistungspflicht ausgegrenzt und es der Entscheidung der Versicherten anheimgestellt, die Behandlungskosten anderweitig zu versichern.


Wirtschaftlichkeitsgebot und Kostenerstattung laut Sozialgesetzbuch (SGB V) bei gesetzlich versicherten Patienten

Auszüge aus dem Gesetzestext:

§ 12 Wirtschaftlichkeitsgebot
(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.

§ 29 Kieferorthopädische Behandlung
(1) Versicherte haben Anspruch auf kieferorthopädische Versorgung in medizinisch begründeten Indikationsgruppen, bei denen eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht.
(2) Versicherte leisten zu der kieferorthopädischen Behandlung nach Absatz 1 einen Anteil in Höhe von 20 vom Hundert der Kosten an den Vertragszahnarzt. Satz 1 gilt nicht für im Zusammenhang mit kieferorthopädischer Behandlung erbrachte konservierend-chirurgische und Röntgenleistungen. Befinden sich mindestens zwei versicherte Kinder, die bei Beginn der Behandlung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und mit ihren Erziehungsberechtigten in einem gemeinsamen Haushalt leben, in kieferorthopädischer Behandlung, beträgt der Anteil nach Satz 1 für das zweite Kind und jedes weitere Kind 10 vom Hundert.
(3) Der Vertragszahnarzt rechnet die kieferorthopädische Behandlung abzüglich des Versichertenanteils nach Absatz 2 Satz 1 und 3 mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung ab. Wenn die Behandlung in dem durch den Behandlungsplan bestimmten medizinisch erforderlichen Umfang abgeschlossen worden ist, zahlt die Kasse den von den Versicherten geleisteten Anteil nach Absatz 2 Satz 1 und 3 an die Versicherten zurück.
(4) Der Bundesausschuß der Zahnärzte und Krankenkassen bestimmt in den Richtlinien nach § 92 Absatz 1 befundbezogen die objektiv überprüfbaren Indikationsgruppen, bei denen die in Absatz 1 genannten Voraussetzungen vorliegen. Dabei sind auch einzuhaltende Standards zur kieferorthopädischen Befunderhebung und Diagnostik vorzugeben.

Zur Erreichung des Behandlungszieles gehört sowohl die aktive KFO-Behandlung, als auch die Retentionsphase. Erst wenn die Zähne in der neuen Position nachhaltig gesichert "retiniert" sind, kann von einem erfolgreichen Abschluß der Behandlung gesprochen werden.